Die gesamtwirtschaftliche Stimmung hat sich in der vergangenen Woche nicht wesentlich verändert. Die Volkswirtschaften in den USA und in Europa weisen weiterhin Unterschiede auf. Erstere verzeichnet ein solides Wachstum und eine sich abschwächende Inflation, während auf der anderen Seite des Atlantiks die Risiken einer Stagflation zunehmen.
Die Inflationsdaten aus der Eurozone und der Arbeitsmarktbericht, die beide die Entwicklungen im August widerspiegeln, stimmen mit diesem Narrativ überein. Die Widerstandsfähigkeit des Euro angesichts der negativen Daten ist bemerkenswert, und sowohl der Dollar als auch der Euro und das Pfund beendeten die Woche fast genau dort, wo sie sie begonnen hatten.
In dieser Woche dürfte es an den Devisenmärkten relativ ruhig zugehen, um sich auf das zu erwartende Spektakel beim Treffen der wichtigsten Zentralbanken im September vorzubereiten. In der Eurozone werden die Einzelhandelsumsätze im Juli einen - wenn auch verzögerten - Einblick in die Lage der Endverbraucher geben. In anderen Ländern sind die anstehenden makroökonomischen Daten meist zweitrangig und dürften keine dramatischen Auswirkungen auf den Devisenhandel haben.

EUR
Die Inflationsdaten für August brachten der EZB wenig Erleichterung. Sowohl der Gesamt- als auch der Kerninflationsindex verharren über 5 %, und bei letzterem gibt es noch keine Anzeichen für einen disinflationären Trend, wie wir ihn in den USA gesehen haben. Auch die Daten zur Kreditvergabe sind rückläufig, was die Befürchtungen, dass die Wirtschaft der Eurozone ins Stocken gerät, weiter bestätigt. Die Aussichten auf Zinserhöhungen durch die EZB werden weiterhin gebremst, da die Märkte davon ausgehen, dass die Zentralbank der Unterstützung der schwächelnden Wirtschaft Vorrang vor der Sicherstellung einer Rückkehr der Inflation zum Zielwert einräumen wird. Die Robustheit der Gemeinschaftswährung angesichts dieses Gegenwinds ist bemerkenswert und die Marke von 1,08 hat sich bisher als zuverlässiger Boden gegenüber dem US-Dollar erwiesen.
USD
Der Höhepunkt der Woche in den USA war der Bericht über die Beschäftigtenzahlen für August. Der Bericht wies zwar weiterhin einen ordentlichen Beschäftigungszuwachs aus, enthielt aber auch Hinweise darauf, dass der Arbeitsmarkt in den USA Federn lassen könnte. Zu Beginn der Woche hatte auch der JOLTS-Bericht über die Zahl der offenen Stellen das gleiche Bild gezeichnet: eine leichte Abschwächung, aber immer noch ein hohes Niveau im Vergleich zu den Zeiten vor der Pandemie. Diese Lockerung scheint genau das zu sein, was die Fed sehen wollte, und wir erwarten im Einklang mit den Markterwartungen keine Zinserhöhung auf der September-Sitzung,
GBP
Die anhaltende Verunsicherung über die schlechten PMI-Zahlen der Vorwoche sowie die geringeren Erwartungen für Zinsanhebungen der Federal Reserve haben auch die Markterwartungen für Zinserhöhungen der Bank of England gesenkt. Der Markt rechnet nun mit zwei weiteren Zinserhöhungen, während in der Vorwoche noch drei erwartet wurden. Das Pfund Sterling hat diese Kurskorrektur jedoch gut verkraftet und notiert in etwa auf dem Stand von vor drei Monaten. Auch in der nächsten Woche stehen nicht viele Daten an, so dass sich die Aufmerksamkeit auf die Aussage des Monetary Policy Committee vor dem Finanzausschuss am Mittwoch richten wird.
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